JakobswegeDer Camino Primitivo → Tag 15

Tag 15 · 13 April 2019

Salceda - San Marcos

Salceda → San Marcos · 23 km

Das Frühstück am vorletzen Morgen unseres Pilgerweges

Ein letzter Blich auf Salceda

Die Fuente de Santa Irene (Heilige-Irene-Quelle) in der Gemeinde O Pino in Galizien. : Dem Quellwasser wurde früher nachgesagt Leiden zu lindern. Unter Pilgern ist der barocke Steinbrunnen traditionell als „Quelle der ewigen Jugend“ bekannt. Dem Volksglauben nach bleibt jeder, der sein Gesicht mit dem Wasser dieser Quelle wäscht oder daraus trinkt, für immer jung. Ursprünglich war die zentrale Nische des Brunnens mit einer steinernen Figur der heiligen Irene geschmückt, die laut Inschriften auf das Jahr 1692 datiert war. Im 19. Jahrhundert wurde diese Statue jedoch gestohlen, weshalb die Nische heute leer steht.

Die Ermita de Santa Irene (Kapelle der heiligen Irene) ist eine kleine historische Wallfahrtskirche in Galizien kurz vor O Pedrouzo liegt. Geweiht ist sie der portugiesischen Märtyrerin Irene. Obwohl die Kapelle nach der heiligen Irene von Portugal (einer Nonne aus dem 7. Jahrhundert) benannt ist, ist das Gotteshaus historisch eigentlich dem heiligen Petrus (San Pedro) geweiht. Daher findet dort auch heute noch jedes Jahr am 29. Juni die traditionelle Wallfahrt Romería de San Pedro statt. Während des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1808 drangen die Truppen Napoleons in die Kapelle ein und raubten die wertvollsten religiösen Gegenstände.

Das Bild zeigt im Hintergrund den Pico Sacro, einen markanten, etwa 533 Meter hohen Quarzgipfel in der Gemeinde Boqueixón in Galicien aus der Ferne von einer Landstraße aus gesehen. Er markiert oft das Ende der Vía de la Plata / des Camino Sanabrés, von wo aus Pilger erstmals die Türme der Kathedrale von Santiago sehen können. Der Berg ist eng mit der Legende der Königin Lupa und dem Apostel Jakobus verbunden.

Eine steinerne Pilgerquelle mit integrierter halbrunder Sitzbank, die sich am Camino de Santiago (Jakobsweg) in der Nähe von Santa Irene in Galizien. Solche Brunnen (Fuentes jacobeas) säumen die verschiedenen Routen der Jakobswege in Galicien und ganz Spanien. Sie haben seit dem Mittelalter eine essenzielle Bedeutung für die Infrastruktur der Pilgerfahrt, da sie die Versorgung mit frischem Wasser in ländlichen oder bewaldeten Abschnitten sicherstellen. An der rechten Seite des Brunnens befindet sich ein weißes Hinweisschild. Auf dem Jakobsweg signalisieren diese Schilder in der Regel, ob es sich um kontrolliertes Trinkwasser (Agua potable) oder um kein Trinkwasser (Agua no potable) handelt. Vor dem Trinken oder Befüllen von Flaschen sollte dieses Schild vor Ort immer genau geprüft werden.

Ein Keramikschild der Pilgerherberge (Refuxio de Peregrinos) in Santa Irene, in der Gemeinde (Concello) O Pino in Galizien, verziert mit dem Maskottchen Pelegrín aus dem Jahr 1993. Die Figur wurde entworfen von Luis Carballo Taboada für das Heilige Jahr (Xacobeo) 1993.

Ein ländlicher, von Eiben und Efeu bewachsenen Steinbrunnen mit einer kleinen Quellfassung und einer integrierten Viehtränke (Waschbecken oder Trog) aus Naturstein. Solche historischen Brunnenanlagen finden sich oft an alten Pilgerwegen oder Wanderpfaden im ländlichen Raum

Dieser markante Baum in der Nähe von Santa Irene ist eine Mittelmeer-Zypresse. Obwohl die Region um Santa Irene vor allem für ihren traditionellen Eichenwald (Carballeira de Santa Irene) und dichte Wälder bekannt ist, wurden Zypressen in Galicien oft in der Nähe von Kirchen, Kapellen (wie der barocken Ermita de Santa Irene) oder alten Landhäusern (Pazos) als Symbol des Willkommens und der Langlebigkeit gepflanzt.

Das Café und die Pension Kilómetro 15 am spanischen Jakobsweg (Camino de Santiago), kurz vor Santiago de Compostela in Galizien. Es markiert einen beliebten Rastpunkt für Pilger, die sich auf den letzten Kilometern ihrer Wanderung befinden.

Diese Steinbrücke mit ihren markanten fünf runden Wasserdurchlässen (Dükern/Rohren) liegt kurz vor der Ortschaft O Pedrouzo / Arca. Es handelt sich um die Überquerung des kleinen Flusses Río Brandelos (oft auch im Bereich des Zuflusses Río Noa oder nahegelegener Bäche verortet). Pilger passieren diese Stelle auf der vorletzten Etappe des klassischen französischen Weges kurz vor dem Erreichen von Santiago de Compostela.

Dieser Stein zeigt eine Aufschrift mit dem spanischen oder lateinischen Wort „Apocalipsis“ und der Bibelstellenangabe „19:11-21“ (Offenbarung 19, Vers 11–21). Solche beschrifteten Steine werden oft als Wegmarkierungen, spirituelle Botschaften oder bemalte „Wandersteine“ in der Natur ausgelegt. Die Biebelstelle beschreibt bildhaft den Reiter auf dem weißen Pferd (Wahrhaftig und Treu) und den Sieg über das Tier und den Falschen Propheten.

Die Iglesia de San Paio (oder San Pelayo de Sabugueira). Sie liegt im kleinen Ort Lavacolla (Gemeinde Santiago de Compostela), in der Provinz A Coruña.

Die Iglesia de San Paio in San Paio (Lavacolla)

Ein traditioneller steinerner Wassertrog (Fonte / Lavadoiro) am Rande des Jakobswegs.

Straße in der Nähe des Monte do Gozo auf dem Jakobsweg, im Hintergrund ist das Gebäude der ehemaligen Pilgerbar Casa Porta de Santiago im kleinen Ort San Paio (San Payo)

Die Iglesia de San Paio in San Paio (Lavacolla)

Ein traditioneller steinerner Wassertrog (Fonte / Lavadoiro) am Rande des Jakobswegs.

Die Capela de San Roque in Lavacolla. Die barocke Ermita aus dem späten 18. Jahrhundert liegt direkt am Camino. Die Kapelle liegt direkt an der klassischen Route des Camino Francés. Lavacolla ist historisch als der Ort bekannt, an dem sich die Pilger im hiesigen Bach rituell wuschen und säuberten, bevor sie am nächsten Tag die letzten Kilometer zur Kathedrale von Santiago de Compostela einschlugen. Die Kapelle diente dabei als spiritueller Rastplatz. Die Kapelle ist dem heiligen Rochus von Montpellier (San Roque) geweiht, dem traditionellen Schutzpatron gegen die Pest und Seuchen sowie dem Patron der Pilger. Ländliche Kapellen dieser Art wurden oft an den Dorfeingängen errichtet, um symbolisch Krankheiten vom Ort fernzuhalten.

Der historischen Altaraufsatz (Retabel) im Inneren der Capela de San Roque in Lavacolla. Das Holzretabel ist im Barockstil des späten 18. Jahrhunderts gefertigt. In der zentralen Nische befindet sich eine kleine Statue des Heiligen Rochus (San Roque), dem Schutzpatron gegen Pest und Epidemien.

Der Bach an der Capela de San Roque an dem sich die Pilger rituell reinigten, bevor sie die letzten Kilometer bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela zurücklegten

Die Iglesia de San Paio de Sabugueira (Kirche des Heiligen Pelagius) in Sabugueira bei Lavacolla, einem Vorort von Santiago de Compostela. Sie liegt am französischen Jakobsweg (Camino Francés), etwa 9,5 Kilometer vor dem Ziel an der Kathedrale.

Ein traditioneller Cruceiro (ein steinernes Flurkreuz) vor der Kirche. Während der großen Pestepidemien im Spätmittelalter fungierten die Kreuze als Orte des Gebets unter freiem Himmel, weit weg von den engen, infizierten Kirchen. Sie wurden oft als Bitte um Verschonung oder als Dank für das Überleben gestiftet.

Dieser markante Gedenkstein befindet sich auf dem letzten Abschnitt des Pilgerwegs kurz vor dem Ziel, direkt an der Strecke, die um den Zaun des Flughafens von Santiago de Compostela herumführt. Er zeigt die typischen Symbole der Pilger: die Jakobsmuschel, den Pilgerstab, eine Kalebasse (Trinkflasche) und den Schriftzug „SANTIAGO“.

Der Flughafen von Santiago de Compostela

Dieses Bild stammt von einer Wand am Camino Primitivo. Dass es sich um eine Pilgerroute handelt, lässt sich deutlich an den vielen typischen Schriftzügen an der Wand erkennen, wie zum Beispiel dem traditionellen Pilgergruß „Buen Camino!!!“, auf der rechten Seite, dem spanischen Spruch „Si todo va mal camina“ („Wenn alles schiefgeht, geh weiter“) sowie den vielen hinterlassenen Namen und Jahreszahlen der Pilger. Die italienische Frage im Bild – „Dottore, che sintomi ha la felicità?“ („Doktor, welche Symptome hat das Glück?“) – ist zudem eine bekannte Zeile aus dem Song Mi fido di te des italienischen Sängers Jovanotti, die ein wandernder Pilger dort hinterlassen hat.

Das gefräste Holzschild an einer Steinwand begrüßt Pilger auf dem Jakobsweg (Camino de Santiago) in verschiedenen Sprachen („Bienvenido“, „Willkommen“, „Welcome“ etc.) und zeigt eine Jakobsmuschel sowie die Ortsangabe „Km. 7“ vor dem Ziel Santiago de Compostela. Rechts die Werbung einer Holzfirma aus San Marcos die das Schild vermutlich gefertigt hat.

Unsere heutige Unterkunft. Das Hotel Akelarre in San Marcos

In Galizien, dem „Land der Hexen“ (Terra Meiga), verschmelzen christliche Pilgertraditionen des Jakobswegs eng mit keltischen Mythen. In unmittelbarer Nähe des berühmten Monte do Gozo liegt der Ort San Marcos als direkter Vorort von Santiago de Compostela, wo diese mystische Kultur mit Figuren wie den Meigas (guten Hexen und Heilerinnen) bis heute im lokalen Aberglauben und bei nächtlichen Führungen lebendig ist. Anders als im klassischen europäischen Hexenbild gelten Meigas in der galizischen Folklore oft als schützende Heilerinnen, weise Frauen oder Glücksbringer. Das berühmte Sprichwort: „Eu non creo nas meigas, pero habelas hainas“ („Ich glaube nicht an Hexen, aber es gibt sie, es gibt sie“) beschreibt die ambivalente Haltung der Einheimischen. Magische Rituale: Bekannt ist das Brauchtum rund um die Queimada, ein brennendes Schnapsgetränk, das mit einem Spruch gegen böse Geister (conxuro) zubereitet wird.