Bally · 1981
Medusa

Die griechische Mythologie und besonders die Medusen des Odysseus sind Thema eines weiteren wunderschönen Bally Flipper, des Medusa.
Die Medusa hat ein zweiteiliges Spielfeld. Im oberen Teil gilt es, innerhalb kurzer Zeit Fallziele auf der langen Targetbank zu treffen und nach jedem Durchgang den “Schatz des Neptuns” im links oben gelegenen Kugelauswurfloch abzuholen. Dieser Bonus wird von Mal zu Mal höher, außerdem steigert man das Guthaben für den “Zeitball”, der ebenfalls in der “Neptune’s Cove” erspielt werden kann. Der untere Bereich mit Fall- und Anschießzielen ist für das klassische Sammeln von Bonuspunkten zuständig. Außerdem bereitet man hier den Extraball vor, dessen Erzielung ein hohes Maß an Geschick verlangt.
Im Spielfelddisplay läuft die mittlere Anzeige ständig weiter und eine Stimme verlangt z. B. “Match 7 for Xtra-Ball!” Nun gilt es, das letzte Ziel auf einer der beiden Targetbänke genau dann zu treffen, wenn (in diesem Fall die 7) die fortlaufende Ziffer mit der “Freiballziffer” übereinstimmt. Das muss auf die Sekunde genau passen!
Dieser Flipper hat zwei weitere Eigenheiten: die Finger auf dem oberen Spielfeld ziehen sich nach Abschuss eines Fallzieles zusammen (“Zipper-Flipper”) und so kann die Spielkugel nur noch durch die Seitenbahnen aus dem Bereich entwischen. Geschieht dies, erschallt höhnisches Lachen und die kleinen Flipperfinger wandern wieder auseinander. Zipper Flipper wurden bis dato nur in mechanischen Flippern, zum Beispiel dem “Four Million B.C” oder dem “Fireball” eingebaut. In elektronischen Modellen sind sie äußerst selten. Die zweite Besonderheit sind die rottransparenten Hauptflipper und deren Untergrundbeleuchtung. Das sieht besonders im Dunkeln faszinierend aus, ebenso wie das Lauflicht am oberen Ende des Spielfeldes.
4 Schlagtürme und drei Slingshoots sorgen ebenfalls für Stimmung. Dennoch ist das Spiel allenfalls im unteren Bereich flott. Medusa muss man strategisch spielen: erst oben die Fallziele nach Vorgabe treffen und die Schätze einsammeln, dann unten den “Colossus-Bonus” und den Multiplikator hochtreiben.
MEDUSA hat drei verschiedene Bonifikationen und nur deren geschickte Kombination bringt hohe Punktzahlen - ansonsten ist die Punktevergabe ausgesprochen geizig.
Da kommt der Zusatzball, ebenfalls eine Art Bonus, gerade recht. Hat man die Olympus-Targets mehrmals abgeräumt und bei gelbem Pfeil den Zusatzball im Auswurfloch gewonnen, kann für die erzielte Zeit - auch bei Ballverlust - weitergespielt werden.
Ist die Zeit abgelaufen und der Ball geht ins Aus, ist endgültig Schluss - es sei denn, man setzt erfolgreich das “Shields of gods” ein - einen aktiven Kugelretter unterhalb der Hauptflipper. Dieser Kugelretter wurde erstmals im Fireball II eingebaut und wird mit einem zusätzlichen Flipperknopf an der rechten Seite aktiviert. Wie auch beim Fireball hat der Spieler aber auch hier nicht unendlich viele Versuche.
Gebaut wurde der Medusa 1981. Die Auflage betrug 3250 Maschinen. Das Design stammt von Wally Welch. Es ist der erste und einzige Entwurf dieses Designers der bei Bally zur Serienreife entwickelt wurde. Die künstlerische Gestaltung übernahm Kevin O`Connor.
Aus der alten Seite übernommen, von Frank noch nicht gegengelesen.


[Bilder in Originalgröße folgen von Frank: Backglas, Spielfeld, Maschine]