Bally · 1981
Centaur / Centaur II
Der Centaur war einer der großen Erfolge von Bally. Es wurden zwar “nur” 3700 Maschinen gebaut (plus 1550 Centaur II), aber diese Verkaufszahlen waren zur damaligen Zeit sehr gut.
Der Centaur fällt auch optisch komplett aus dem Rahmen. Der ganze Flipper ist durchgehend in drei Farben gehalten. Den größten Anteil haben schwarz und weiß sowie ab und an ein bisschen rot. Damit setzet er sich von allen anderen Flippern ab, die meistens schrill-bunt daher kamen.
Erstmals konnte man sich beim Centaur das Spiel vom Flipper erklären lassen. Drückt man im Stand by Modus auf den Flipperknopf gehen alle Lichter aus und der Centaur erklärt der Reihe nach alle Features und beleuchtet alle jeweils dazugehörigen Elemente. Ebenfalls ungewöhnlich ist das der Centaur, der über ein 5-fach Multiballspiel verfügt, alle 10 Minuten im Stand by diese Kugeln auf das Spielfeld auswirft. Nicht wenige Spieler rannten dann direkt zum Flipper und wollten spielen. Leider ging das aber nicht, die Flipperfinger waren das einzige was im Stand by nicht funktionierte.
Ebenfalls einzigartig beim Centaur: das Say-it-Again-Modul. Dieses Modul ist eine Echo-Schaltung durch die alle Ausgaben des Soundmodules geleitet werden. Die Sprache und die Sound hören sich dadurch noch viel voller und besser an. Leider wurde es wohl aus Kostengründen nur beim Centaur eingesetzt. Technisch kann dieses Modul an alle Squawk and Talk Module angeschlossen werden.
Kugeln für das Multiballspiel werden nicht im Spielfeld festgehalten, sondern von 1-4 gelben Lichtern zwischen und über den Flipperfingern angezeigt. Alle Kugeln bleiben im Kugelmagazin unterhalb des Spielfeldes. Die “gehaltenen” Kugeln werden durch blaue Lampen (Orbs) angezeigt. Maximal sind es 4 Kugeln (Orbs). Inklusive der bereits im Spiel befindlichen kommen also 5 gleichzeitig aktive Kugeln zusammen. Kugeln werden automatisch von der Einschußbahn, die sich unter dem Spielfeld befindet und von einer Spule betätigt wird auf das Spielfeld geschossen. Die Kugeln erreichen die Spielfläche oben rechts, kurz vor dem Bogen. Diese Einschußautomatik macht man sich auch im oben beschriebenen Attract Mode zu Nutze.
Es gibt zwei Möglichkeiten um das Multiballspiel zu starten: Treffen des Zieles in der oberen rechten Ecke hinter den Innenbahn-Kugelausstoß, das Chamber-Feature. Wenn es getroffen aufleuchten und getroffen wird, werden alle festgehaltenen Kugeln freigegeben.
Eine andere Möglichkeit das Multiballspiel zu starten sind die vier Lanes am unteren Spielfeld. Werden alle 4 Guardians erleuchtet (blaue Lampen) wird eine Kugel zusätzlich auf das Spielfeld geschleudert. Die Lanes verfügen übrigens auch über ein Lane-Change.
Es gibt 4 (weiße) Fallziele unter den zwei Schlagtürmen. Diese sind die “O R B S”-Ziele. Schießt der Spieler sie von links nach rechts ab, wird ebenfalls eine Kugel freigegeben. Gleichzeitig wird eine Kugel für das große Multiballspiel gespeichert.
Neu eingeführt wurde beim Centaur auch eine Tilit-Warnung. Während alle Flipper bisher bei einem Tilt sofort den Kugelduchgang oder sogar das Spiel beendeten, konnte der Centaur so eingestellt werden das er bis zu fünf Warnungen gab, bevor das Tilt endgültig das Spiel beendete. Diese Warnung wurde später bei den DMD-Maschinen auch wieder eingebaut. Beim Centaur wurde dafür der Schriftzug “Warning” auf der Kopfscheibe erleuchtet.
Der Centaur ist einer der besten Bally Flipper die je gebaut wurden. Sein Spiel kann stundenlang fesseln. Gebaut wurde er 1981 in einer Auflage von 3700 Maschinen, zu denen 1983 noch einmal 1550 weitere als Centaur II hinzukamen. Der Centaur II unterscheidet sich vom Centaur nur durch sein anderes, geteiltes Kopfteil mit kleiner Scheibe welches z.B. auch vom Mr. & Mrs. PacMan her bekannt ist.
Entworfen wurde der Centaur von Jim Patla, die Grafiken stammen von Paul Faris.
Aus der alten Seite übernommen, von Frank noch nicht gegengelesen.
[Bilder in Originalgröße folgen von Frank: Centaur_back.jpg, Centaur_playfield.jpg, Centaur_machine.jpg]