Williams · 1962
Mardi Gras

Einer der wenigen Nicht-Gottlieb Flipper der
Jahre, die den Weg nach Europa fanden, war der Mardi Gras von Williams.
Zu dominant war der Weltmarktführer Gottlieb zur damaligen
Bally baute jahrelang überhaupt keine Flipper und produzierte
statt dessen Bingospiele, und Williams baute hauptsächlich 1-
und 2-Spielermaschinen für den heimischen Markt in kleinen
Stückzahlen. So ist denn auch der Mardi Gras der einzige
Viele Spielfeldfeatures, die zur damaligen Zeit
waren, wurden von Gottlieb-Ingenieuren entwickelt und Gottlieb achtete
natürlich darauf, daß deren Rechte nicht verletzt
waren andere Hersteller gezwungen, etwas ähnliches mit anderen
Mitteln zu erreichen. Ein schönes Beispiel dafür kann
dem Mardi Gras finden. Das Roto-Target, ein bewegliches Ziel mit drei
Treffflächen, welche sich durch Drehung in ihrer Wertigkeit
verändern konnten, war so ein Gottlieb Patent. Dieses Feature
bei den Spielern sehr beliebt und war bis in die 80er Jahre
bei vielen, ja fast allen Gottlieb Flippern zu finden. Etwas
ähnliches verbaute Williams im Mardi Gras: ein normales
Zählwerk mit Trefferkontakt davor. Durch diverse Kontakte auf
Spielfeld wird das Zählwerk weitergeschaltet und
dadurch seine Wertigkeit zwischen 10 und 30 Punkten bei Treffen des
Zieles. Zusätzlich werden, ebenfalls durch Treffen bestimmter
anderer Ziele, diese Punkte verzehnfacht, so daß an diesem
bis zu 300 Punkte gewonnen werden können. Für einen
mit 3(+1)-stelliger Anzeige ein sehr hoher Punktwert.
Weiterhin hat Williams beim Mardi Gras auf die Slingshoots verzichtet
und statt dessen zwei Katapulte an der Spielfeldaussenseite platziert.
Auch diese schleudern den Ball anschliessend genau auf dieses Ziel.
Auf der oberen Spielfeldhälfte befinden sich noch eine 4-fach
Bumpergruppe sowie diverse Zielscheiben und Kugeldurchläufe,
welche die Wertigkeit der anderen Ziele bestimmen.
Optisch ist der Mardi Gras ein sehr farbenfroher Flipper, welcher
Technisch ist noch anzumerken, daß der Mardi
Williams 4-Spieler-Flipper mit kleinen Metallflipperfingern an Stelle
der Kunststoffflipperfinger war. Der Mardi Gras war ausserdem der
letzte Williams-Flipper mit den grossen Zählwerken, bei denen
bei späteren Modellen durch ein neues, kleineres Modell mit
breiteren Ziffern ersetzt, bei denen die Spule hinter dem
Ebenfalls neu und bis heute wohl nur im Mardi Gras eingebaut war das
Match-Double-Feature. Dabei bilden Spieler 1 und 2 sowie Spieler 3 und
4 eine Gruppe. Wenn beide Spieler die selbe Endzahl haben und diese mit
der angezeigten Endzahl übereinstimmt, gibt es 10 Freispiele.
maximale Zahl an Freispielen ist allerdings ebenfalls auf 10 begrenzt.
Natürlich gibt es auch wie gewohnt ein Freispiel, wenn nur bei
Gebaut wurde der Mardi Gras 1962 in einer Auflage von 1100 Maschinen.
Das Design dieses Flippers stammt von Steve Kordek, die
künstlerische Gestaltung übernahm wahrscheinlich
Aus der alten Seite übernommen, von Frank noch nicht gegengelesen.

[Bilder in Originalgröße folgen von Frank: Mardi_Gras_back.jpg, Mardi_Gras_playfield.jpg, Mardi_Gras_machine.jpg]