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Bingos


Wie beschreibt/erklärt man am besten einen Bingoautomaten? Mein erster Kontakt zu einem Bingo fand so um 1979 statt. Mehr oder weniger zufällig landete ich auf der Suche nach neuen Flippern in einer Spielhalle welche in ihren Kellerräumen auch Bingos aufgestellt hatte. Mein erster Gedanke damals war "Welcher Idiot baut Flipper mit lauter Löchern auf dem Spielfeld und ohne Flipperfinger?". Dennoch schaute ich mir das Ding mal genauer an und vermisste zuerst einmal die Flipperknöpfe und die Punkteanzeigen. Statt dessen gab es einen klitzekleinen 4-stelligen Spiele-Zähler in der Backbox. Auf dem Spielfeld nichts was an einen Flipper erinnert (ausser den ganzen Kugelfanglöchern), kein Bumper, kein Slingshoot, kein Target einfach garnix!

Da auch von den Anwesenden keiner wusste was das für eine komische Kiste war, war also ausprobieren angesagt. Also wurde mal ein Markstück geopfert welches von der Maschine direkt in 50 Spiele umgewandelt wurde, für einen Flipper wäre das eine Traumquote.

Ein vorsichtger Druck auf den Startknopf liess alle Kugeln im Boden verschwinden und alle Anzeigelampen wanderten auf die Startposition. Eine Kugel wurde in die Abschussrinne gelegt und sogleich abgeschossen. Sie rollte ein bischen über das Spielfeld und klemmte sich dann in einem der vielen Löcher fest. Zugleich wurde auch eine weitere Kugel in die Abschussrinne geworfen und ebenso auf die Reise geschickt. Insgesamt waren es dann 5 Kugeln die sich in irgendwelchen Löchern zur Ruhe setzten. Der Lohn dafür waren 5 erleuchtete Lampen auf einem Tabelau im Kopfteil. DAS sollte es gewesen sein? DAS soll Unterhaltung sein? Wofür soll DAS gut sein?

Um es kurz zu machen: Das war es fast! Nach weiteren Versuchen erschloss sich mir der Tiefere Sinn des Spieles:

Grundsätzlich spielt sich das Spiel ähnlich dem Bingo in der Bildzeitung! Der Spieler kann 1-6 Spielkarten (Modellabhängig) auf der Kopfscheibe aktivieren (vergleichbar mehreren Teilnahmescheinen), auf denen die Zahlen in unterschiedlicher Reihenfolge aufgedruckt sind. Nun muss er versuchen die Kugeln in 3 bis 5 Löcher zu befördern welche auf dieser Ergebniskarte dann 3-5 Lampen IN EINER REIHE beleuchten. Je mehr Lampen der Spieler in einer Reihe beleuchtet, desto höher der Gewinn an Freispielen. Zusätzlich gibt es noch Gewinn für bestimmte Kombinationen, z.B. alle 4 Ecken der Spielkarte beleuchtet oder 5 Zahlen der selben Farbe. Jedes Bingo hat so seine Besonderheiten.

Hohe Gewinne erzielt der Spieler aber nur durch Einsatz einer größeren Menge an Freispielen. Bei jedem Druck auf den Startknopf werden weitere Features freigeschaltet, zum Beispiel die Eck-Wertung (4 Corners), zusätzliche Spielkarten oder die Möglichkeit die Numerierung der Löcher auf der Spielkarte zu verändern. Ebenso wird durch erhöhten Einsatz auch der mögliche Gewinn erhöht. Das ganze hat also auch etwas von Glücksspiel...

Genau deswegen sind/waren diese Geräte bei unseren Nachbarn in Holland und Belgien so beliebt. Dort gab es nämlich nicht die bei uns so massiv verbreiteten Geldspieler. Also wurde so manches Bingo umgebaut...
Offiziell konnte man "nur" Freispiele gewinnen, doch in so manchen Kneipen wurde nachträglich eine Schaltung eingabaut mit der der Wirt den Spielezähler auf "0" setzen konnte nachdem er den Wert der Freispiele ausgezahlt hatte. 



 
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